Was passiert bei dem Eingriff?

Abb3. Implantation Elektrodenkabel

Die sakrale Nervenstimulation (SNS) wird in zwei Schritten durchgeführt. Beide Eingriffe erfolgen im Rahmen eines kurzen stationären Krankenhausaufenthaltes - üblicherweise unter Narkose.

 

Im ersten Schritt wird das Elektrodenkabel unter Röntgenkontrolle an die Sakralnerven eingepflanzt, welche die Kontinenzfunktion von Darm und Blase steuern. Dabei wird das Elektrodenkabel durch eine natürliche Öffnung des Kreuzbeinknochens geführt, um die Sakralnerven zu erreichen (Abb 3.).

 

Über ein Verlängerungskabel wird dann das Elektrodenkabel mit einem externen Stimulator verbunden, der während der Testphase von ca. 3 Wochen die Funktion des späteren Beckenbodenschrittmachers übernimmt (Abb. 4).

Abb 4. Testphase

Nach dem Eingriff wird diese Testphase jedoch überwiegend in der eigenen häuslichen Umgebung durchgeführt. Sofern keine anstrengende körperliche Arbeit verrichtet werden muss, können die Patienten auch wieder ihre berufliche Tätigkeit während der Testphase aufnehmen.

In dieser Testphase wird dann von den Patienten ein Stuhltagebuch / Blasentagebuch geführt, um zu ermitteln, in welchem Umfang sich die Inkontinenzepisoden gebessert haben. Wenn sich die Symptome wesentlich gebessert haben, wird im Anschluss daran während eines zweiten Krankenhausaufenthaltes der endgültige Schrittmacher im oberen Gesäßbereich implantiert (Abb. 5).

Abb 5. Implantation Schrittmacher

Der Ersteingriff dauert ca. 30-40 Minuten, während für die Schrittmacherimplantation (Zweiteingriff) nur etwa 20 Minuten benötigt werden. Insgesamt sind nur drei kleine Hautschnitte erforderlich.

Die Komplikationen bei diesen Eingriffen sind medizinisch gut beherrschbar. Der ungünstigste Verlauf wäre eine Infektion der Implantate. In diesem Fall müssten die Implantate dann wieder entfernt werden. Solche Infektionen sind allerdings selten. Selbst in diesem ungünstigsten Fall kann das Schrittmachersystem nach Ausheilung der Infektion wieder implantiert werden.